Wir Opelaner

DOKU | FILM

Deutschland 2012
44 Min (D)

Regie:  Ulrike Franke, Michael Loeken

Die Opelwerke in Bochum feiern im Oktober 2012 ihr 50-jähriges Jubiläum. Über die Jahre hat das Autowerk die Region, die Menschen und die Stadt Bochum geprägt. Der Film erzählt die Geschichte der Familie Scherphausen/Wehmeyer, deren Mitglieder in mehreren Generationen bei Opel in Bochum gearbeitet haben und noch arbeiten und zeigt 50 Jahre Industriegeschichte aus dem Blickwinkel der Menschen, deren Leben und Identität von einem Großkonzern geprägt werden.


AUSSCHNITT


STILLS


SYNOPSIS

Gegründet während der Zeit der Zechenschließungen stand Opel lange Zeit für Vollbeschäftigung, Sicherheit und Wohlstand. 50 Jahre später befindet sich das Autowerk in der größten Krise seit seiner Inbetriebnahme. Viele Familien waren über Generationen bei Opel beschäftigt. Obwohl die verschiedenen Generationen in der Einschätzung der Geschichte und der aktuellen Situation des Werkes Bochum unterschiedlicher Meinung sind, eint sie eine unumstößliche Identifizierung mit dem Produkt das sie herstellen. Und für alle ist es unfassbar, dass es Opel in Bochum vielleicht in naher Zukunft nicht mehr gibt.

Jürgen Scherphausen, der Grossvater hat 1962 bei Opel angefangen und dort 34 Jahre gearbeitet. Scherphausen wechselte von der Zeche Lothringen zu Opel der besseren Bezahlung wegen. Opel zahlte Spitzenlöhne.

Hier lernte Jürgen Scherphausen auch seine Frau Grete kennen, die 30 Jahre als Montagearbeiterin in der Endfertigung gearbeitet hat. Beide heute im Ruhestand erinnern sich gerne an die Zeit bei Opel. . Im Werk Bochum wurde der erste Kadett gebaut, ein Erfolgsmodell. Die sechziger Jahre waren die Zeit des Erfolgs und nährten den Traum vom ewig währenden Wohlstand.

Gretes Sohn Freddie Wehmeyer kam 1976 mit 19 Jahren zu Opel, er ist ein zutiefst überzeugter Opelaner, arbeitet in der Lackiererei und vertritt den Meister. Freddie hat bei Opel viele Krisen erlebt, glaubt aber ungebrochen an das Produkt an dem er mitarbeitet: „…seit 1979 machen sie Opel jedes Jahr zu“. Seine Frau Damaris hat von 1986 bis 2002 bei Opel gearbeitet, zuerst in der Näherei und als diese ausgelagert wurde in der Lackreparatur. 2002 ist sie gegen eine Abfindung gegangen. Heute bereut sie diesen Schritt sehr. „…hätte ich Freddie damals schon gekannt, der hätte mir die Entscheidung ausgeredet. Der ist durch und durch Opelaner.“ Freddie und Damaris haben viele einschneidende Veränderungen der Arbeitsbedingungen und Arbeitsabläufe erlebt.

Freddies Söhne Sven und Jens haben beide bei Opel eine Lehre gemacht. Sven wurde nach Abschluss der Ausbildung für ein Jahr übernommen und landete dann bei Leiharbeiterfirmen, die für Opel arbeiteten. Er zog die Konsequenzen und suchte sich eine andere Arbeit. Schweren Herzens, denn wie bei seinen Eltern und Großeltern hatte er auf ein sicheres Arbeitsleben bei dem Autobauer gehofft. Sein Bruder Jens wurde übernommen. Die unsichere Zukunft des Werks Bochum macht ihm Sorgen. Er würde jede Arbeit bei Opel machen, auch wenn das bedeutet, dass er noch keinen einzigen Tag in seinem erlernten Beruf als Zerspanungsmechaniker gearbeitet hat.

Im Film verdeutlicht Archivmaterial die verschiedenen Phasen der Entwicklung des Werkes in Bochum. Es zeigt den permanenten Wandel im Kontext globaler Entwicklungen. Entgegen der Überzeugungen und Hoffnungen vieler Opelaner ist Opel nicht auf die Ewigkeit gebaut.


CREDITS

Wir Opelaner
Deutschland 2012
44 Min (D)


Drehbuch: Ulrike Franke, Michael Loeken
Kamera: Leif Karpe, Jörg Adams, Michael Loeken
Ton: Filipp Forberg
Schnitt: Bert Schmidt
Mischung: Thilo Busch, Soundvision
Musik: Paul Rabiger
Produktion: Oliver Wißmann
Redaktion: Beate Schlanstein
Co-Poduktion: WDR